Arbeiten

Durch den Lehrplan ziehen sich von Anfang bis Ende handwerkliche Tätigkeiten. In den unteren Klassen sind es Stricken, Sticken, Schneidern, später kommen Schnitzen, Tischlern, Schmieden und Metallwerken hinzu. Im Schulgarten lernen die Schülerinnen und Schüler Gartenbau. Auch Buchbinden wird angeboten.

In allen diesen Fächern müssen die Schülerinnen und Schüler selber tätig werden. Es entsteht ein Werkstück, das der Schülerin oder dem Schüler ganz sachlich zeigt, wo er Fähigkeiten erlangt, wo er seine Arbeit verstanden hat und wo nicht. Keiner soll zum Schreiner, Gärtner oder Schmied gemacht werden, sondern jeder ein Angebot bekommen, an dem er sich bilden kann - auch wenn es nicht im Rahmen des klassischen Unterrichts gelingen mag. In der praktischen Arbeit findet das Denken oft den Ansatz, der ihm die "Theorie" nicht bietet. An der Auseinandersetzung mit Werkzeug, Material und Werkstück klärt und obektiviert es sich allmählich, wird geschickter, genauer und kräftiger.

Berufs- ausbildung

Eine konsequente Fortsetzung dieses Konzepts ist unser Angebot an die Schülerinnen und Schüler, parallel zur Schulzeit eine Berufsausbildung zu absolvieren. Viele Schülerinnen und Schüler hätten es schwer, wenn sie in den höheren Klassen über viele Jahre und in zunehmendem Maße nur intellektuell mit der Welt in Berührung kämen. Für andere wären die Anforderungen des klassischen Unterrichts nicht von der Art, dass sie daran den selbstverantwortlichen Umgang mit ihren Aufgaben lernen könnten. Dann ist oft der Weg einer Berufsausbildung die bessere Lösung. In den Lehrwerkstätten kommen die Schülerinnen und Schüler mit Auftraggebern in Berührung. Nicht der Lehrer, sondern der Kunde verlangt, dass die Arbeit ordentlich gemacht wird. Dennoch müssen die Schülerinnen und Schüler ihre schulische Laufbahn nicht aufgeben und besuchen auch weiterhin mit ihren Klassenkameraden den Unterricht.