Die schulische Ausbildung

Neben der Vermittlung einer breiten Allgemeinbildung ist das Hauptanliegen der Waldorfpädagogik, die Individualität der jungen Menschen zu fördern und im Laufe der dreizehn Schuljahre immer mehr zur Entfaltung zu bringen. Dies erfordert von den Lehrkräften einen geschulten Blick für die noch verborgenen Begabungen und Wünsche der Kinder. Lern- und Lebensfreude sind ebenso wichtig wie das Überwinden von Widerständen. Durch vielseitige Anforderungen auf hohem Niveau soll die Persönlichkeit wachsen und reifen.

Epochen- unterricht

Bis zur 12. Klasse sind die ersten beiden Schulstunden am Morgen dem Epochenunterricht vorbehalten. Drei bis vier Wochen wird ein Fach unterrichtet. Das Eintauchen in den Unterrichtstoff wird so erleichtert. Von Tag zu Tag werden die besprochenen Fragen vertieft. Versuche, Erzählungen und neue Entdeckungen werden am einen Tag plastisch und unmittelbar vor die Schülerinnen und Schüler hingestellt und am nächsten Tag gedanklich durchdrungen und geklärt.

Klassenlehrer

In der Eingangsstufe und von der ersten bis zur achten Klasse haben unsere Schülerinnen und Schüler eine Klassenlehrerin oder einen Klassenlehrer. Sie bzw. er hält in der Klasse mindestens den Epochenunterricht, unterrichtet also in allen Fächern außer Fremdsprachen, Turnen, Musik, Eurythmie und Handwerk. Die Schülerinnen und Schüler haben dadurch über viele Jahre eine feste Bezugsperson, die sie gut kennen und die sich für sie verantwortlich fühlt. Der Lehrer oder die Lehrerin ist mit dem Entwicklungsweg der Schülerinnen und Schüler vertraut, kann ihn über einen längeren Zeitraum beobachten und lenken.

Kunst und Handwerk

Der Unterricht im Bereich "Bildende Kunst" (Malen, Zeichnen, Plastizieren, Drucken) wird bis zur achten Klasse vom Klassenlehrer gegeben; er ist in den Ablauf des Hauptunterrichts und der Übstunden integriert. In der Oberstufe wird der künstlerische und handwerkliche Unterricht in Epochen gegeben: Zwei Epochen (sechs Wochen, sechs Wochenstunden) in der neunten Klasse, drei Epochen in der zehnten Klasse, zwei bis vier Stunden in der elften bis dreizehnten Klasse. Es gibt auch Epochen in Druckgraphik, Töpfern, Schreinern, Schmieden, Metallwerken und Buchbinden.

Auch in der Oberstufe liegt der Schwerpunkt auf der praktisch-künstlerischen Tätigkeit. Die Schülerinnen und Schüler werden mit der mehr handwerklichen Seite der verschiedenen künstlerischen Techniken vertraut gemacht, lernen die Eigengesetzlichkeiten der Materialien und Grundelemente (Hell-Dunkel, Farbe, Form etc.) kennen und können sich auf dieser Basis auf kreative Prozesse einlassen. Kunsttheoretische und kunsthistorische Fragestellungen werden im Rahmen eigener künstlerischer Erfahrungen thematisiert. Für das Abitur wird ein Grundkurs Kunst mit mündlicher Prüfung angeboten.

 

 

Musik

Das Musikalische spielt eine große Rolle. In der Regel wird in der Woche zwei Stunden Musik unterrichtet. Es gibt verschiedene Orchester und einen Oberstufenchor. Darüber hinaus wird auch im Epochen- und Sprachunterricht viel musiziert. Klassenspiele und Monatsfeiern geben weitere Gelegenheiten, sich im Musizieren zu üben.

Eurythmie ist eine Bewegungskunst. Sie wird von der ersten bis zur 13. Klasse mit je zwei Wochenstunden für jede Gruppe unterrichtet.