Chronik

Hier finden Sie eine Übersicht einiger wichtiger Meilensteine unserer Schule.

1919 Emil Molt Emil Molt, der Direktor der Waldorf-Astoria Zigarettenfabrik in Stuttgart, bittet Rudolf Steiner, für alle Kinder seiner Arbeiter und Angestellten eine Schule zu schaffen, in der Jungen und Mädchen vom ersten bis einschließlich zwölften Schuljahr unterrichtet werden können. Rudolf Steiner geht auf die Bitte ein, und es entsteht in Stuttgart eine Schule in eigener Trägerschaft mit dem Namen „Freie Waldorf Schule“. Der Lehrplan und die Unterrichtsmethode wird in der Pädagogik Rudolf Steiners durchgeführt. Eine dreizehnte Klasse zur Vorbereitung auf das Abitur schließt sich an.
1929 Eine Gruppe von Mitgliedern der Anthroposophischen Gesellschaft in Kassel verfolgt diese Einrichtung mit großem Interesse und gründet den Verein „Freie Schule Kassel“ mit dem Bestreben, in Kassel eine Schule nach dem Vorbild der Stuttgarter Freien Waldorfschule zu entwickeln. Sechs Kinder im ersten Schuljahr werden in einer Privatwohnung unterrichtet.
1930 Ulmenstrasse 1930Am 24. April wird die „Freie Waldorfschule Kassel“ in der Ulmenstrasse 24 mit 116 Schülern in zunächst vier, dann fünf Klassen eröffnet. Sie wurde als achte Waldorfschule in Deutschland (nach Stuttgart, Köln, Hamburg-Wandsbeck, Essen, Hannover, Berlin-Dahlem, Dresden) gegründet. Innerhalb dieses Schuljahres wächst die Schülerzahl auf 150 Kinder an. Die Schule verwaltet sich selbst. Frau Marie Kruse als Kollegiumsmitglied wird Konzessionsträgerin. Wirtschaftlicher Träger ist der ein Jahr zuvor gegründete Schulverein „Freie Schule Kassel e.V.“.
1932 Der weitere Aufbau und die wachsende Schülerzahl erfordern die Verlegung von mehreren Klassen in ein zweites Haus in der Kölnischen Straße 58.
1933–1935 Trotz der Anfeindungen durch den Nationalsozialismus entwickelt sich die Schule gesund und findet Anerkennung in der Öffentlichkeit.
1936 Die Regierung verfügt eine Aufnahmesperre. Die Spannungen mit den nationalsozialistischen Behörden nehmen zu. Der Schule wird vorgeworfen, internationale Ziele zu verfolgen. Dennoch melden nur wenige Eltern ihre Kinder ab. In der Zeitschrift „Freie Waldorfschule Kassel“, Jahrgang 36, Heft 7/8, teilt die Lehrerschaft mit: „Durch den Wegfall zweier Klassen trat ein Rückgang von 315 auf 267 Schülerinnen und Schüler ein. Der Schulverein und die Lehrerschaft stellen mit Freude fest, dass trotz der noch immer nicht endgültig geklärten Lage der Schule und der sich daraus ergebenden mannigfaltigen Schwierigkeiten der Klassendurchschnitt nur um zwei Schüler sank ... Das ist ein sichtbarer Beweis dafür, wie gut unsere Elternschaft die wahrlich nicht leichte Probe auf Treue und Besonnenheit bestanden hat.“
1937 Die Bedrohung durch den Nationalsozialismus und die Zwänge, unter denen das Leben der Schule steht, steigern sich.
1938
(Ostern)
Die Weiterführung der 10. Klasse in eine 11. wird verboten. Dadurch wird der Schule die Lebensmöglichkeit endgültig genommen, und sie sieht sich zur Schließung gezwungen.
1938
(September)
In der Mitteilung an die Behörde äußert sich das Kollegium über den Zwang, der zur Auflösung der Schule führte. Der Brief ist nicht erhalten, kann aber sinngemäß zitiert werden: „Die Verantwortung für die Schließung eines in gesunder Entwicklung begriffenen Schulwesens müssen die zuständigen Stellen tragen, die sie durch ihre Maßnahmen verursacht haben.“ Auf der letzten Versammlung von Eltern, Mitgliedern des Schulvereins und Lehrern wird die Schließung der Schule ausgesprochen. Den Impuls, die Idee weiter zu tragen, besiegelt das Wort eines Lehrers: „Es ist ein Gesetz, dass, was stirbt, aufersteht.“ Ein Umschulungskurs wurde bis Ostern 1939 erteilt. Der Schulverein führte die endgültige Auflösung durch. Kontakte mit der "Gesellschaft für die Pädagogik Rudolf Steiners" in Stuttgart blieben bis zur Auflösung dieser Gesellschaft Im März 1940 erhalten.
1946 Am 27. Februar kann die Arbeit in Kassel wieder aufgenommen werden; zunächst in der Gaststube, dann im Hinterzimmer des Gasthauses „Zur Dönche“. 70 Schülerinnen und Schüler im Alter von 7 bis 14 Jahre beginnen in drei Klassen in drei Schichten. Weitere Unterrichtsräume befanden sich später im „Eichenkreuzhaus“ Druseltalstr. 8 und in der Fortbildungsschule der Firma Henschel, Ysenburgstraße 2a.
1947–48 Schulhof 50er-JahreSchulhof in der Brabanterstraße 50er Jahre
Die Schülerzahl ist auf 200 angewachsen. In der Brabanter Straße 47 werden Räume des großen Einfamilienhauses gemietet, in dem ein Jugendklub und mehrere Mieter Unterkunft gefunden haben.
Ein Tag (!) vor der Währungsreform: Der Kauf des Hauses in der Brabanter Straße wird vollzogen. Vierzig „Geschäftsbriefe“ einer Klasse, dem Hausbesitzer, Herrn von Rogister, beim Verlassen des Hauses überreicht, hatten die Wirkung als Bittbriefe nicht verfehlt. Das Geld stammt von den Eltern und Lehrern, denn noch gibt es keinerlei öffentliche Zuschüsse (bis 1949).
1949 Es beginnt die erste „Balkonklasse“, d.h. eine parallele 5. Klasse; damit beginnt die Doppelzügigkeit.
1952 Bau einer Lehrerwohnung auf dem Eckgrundstück Brabanterstr. / Hugo-Preuß-Str. („Kühnerhäuschen“), es wurde 2009 abgerissen.
1955 Die erste 13. Klasse schließt mit dem Abitur ab, wenn auch noch in der Form der Fremdenprüfung. – Die letzten Mieter verlassen das Haus; wir können alle Ecken ausnutzen. Schließlich sind
1956 700 Schülerinnen und Schüler im Einfamilienhaus! Ein Architektenwettbewerb für einen Neubau wird ausgeschrieben.
1958 Am 22. September wird der Grundstein für den Neubau in der Hunrodstraße gelegt (man geht heute über den Grundstein, wenn man die Schwelle zum Kleinen Saal betritt).
1959 Am 12. Dezember werden Fest- und Turnhalle (heute Großer Saal) und Bauabschnitt A eingeweiht. Es folgt
1961 am 30. Oktober Bauabschnitt B.
1962 Am 29. Juni ist Richtfest für den Bauabschnitt C. Am 22. August wurde die erste Kindergartengruppe in der Steinbaracke eröffnet.
1963 Eröffnung der zweiten Kindergartengruppe am 6. Mai. Am 24. Mai feierliche Eröffnung des Bauteil C. Am 14. Oktober wurde die Schulküche in Betrieb genommen.
1968 Am 17. Juli Gründung des „Sozialpädagogischen Gemeinschaftswerk der Freien Waldorfschule Kassel e.V.“, das 1970 in „Berufsbildendes Gemeinschaftswerk Kassel e.V.“ (BG) umbenannt wurde.
1969 Die Schule hat 770 Schülerinnen und Schüler und 2 Kindergartengruppen. Nach jahrelanger Arbeit sind die Gedanken zur Differenzierung der Oberstufe soweit durchgestaltet, dass zum erstenmal Schüler den Erzieherzweig und die Metall- und Elektrowerkstatt besuchen können. Auch die Gebäude dafür sind in kurzer Zeit errichtet worden. Am 5. und 6. Oktober ist die Einweihung der ersten Gebäude des Berufsbildenden Gemeinschaftswerkes, zusammen mit der für die Abschnitte D und E des Neubaues Hunrodstraße.
1971

Gründung einer altersgleichen Gruppe im Kindergarten, genannt Vorschulgruppe, später Vorklasse. Im Februar Kauf des Hauses Hugo-Preuß-Str. 27 zwecks Einrichtung zweier weiterer Kindergartengruppen. Im September Fertigstellung der Gebäude (H-Bau) für die Erweiterung der Metallwerkstatt, die Einrichtung der Elektrowerkstatt und der Hortgruppe sowie der Räume für die Erzieherausbildung.
Die inneren Gestaltungsformen der Schule finden Anerkennung. Die Integration beruflicher und allgemeiner Bildung wird als Modellversuch in das Experimentalprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft aufgenommen. Am 15. Mai ist die Einweihung des Bauabschnittes F. Damit ist das Hufeisen um die Schulhöfe abgerundet.

1972 Die ersten Abschlüsse im Erzieherzweig und im Werkstattbereich werden erreicht. Einrichtung zweier Kindergartengruppen in der Hugo-Preuß-Str. 27. Damit enthält der Kindergarten 7 Gruppen, mit insgesamt fast 140 Kindern.
1976 Die Fachschule für Sozialpädagogik (Erzieherausbildung) und die gymnasiale Oberstufe werden staatlich anerkannt.
1979 Errichtung des J-Bau mit der Schreinerwerkstatt, der Elektrowerkstatt und Praxisräumen für die Erzieherausbildung. Neben den drei Zweigen der Oberstufe entsteht eine weitere Möglichkeit: die Ausbildung in der neuen Schreinerwerkstatt kann begonnen werden.
1984 Bau der beiden Turnhallen
1985 Ein neuer Zweig der Differenzierten Oberstufe beginnt, die „Ländliche Hauswirtschaft“ (der sogenannte Ökozweig), als Ersatz für den Erzieherzweig, der zum selbständigen Seminar für Sozialpädagogik umgewandelt wird, aber noch in den Räumen der Schule beheimatet bleibt.
1989 Der Ökozweig konnte nicht mehr weitergeführt werden.
1992 Die Fachschule für Sozialpädagogik trennt sich äußerlich endgültig von der Schule und zieht in das neu errichtete Anthroposophische Zentrum. Die frei gewordenen Räume erleichtern den Raumplan der Schule. Der Schulgarten kann durch Aufgabe einer Gärtnerei und Gewinnung dieses Geländes erheblich vergrößert werden.
1998 Im Dezember wurde das Haus Hugo-Preuß-Str. 27 verkauft, da die beiden Kindergartengruppen inzwischen im Altbau untergebracht werden konnten.
2000

Mit dem Schuljahr 2000/2001 beginnen 12 Schülerinnen und Schüler die Berufsausbildung zum Sozialassistenten in Verbindung mit dem Rudolf Steiner Institut für Sozialpädagogik. Die Ausbildung im ersten von zwei Ausbildungsjahren wird in zwei Abschnitten im 11. und 12. Schuljahr mit dem allgemeinbildenden Unterricht der Oberstufe verzahnt. Im zweiten Ausbildungsjahr wird die Ausbildung im Rudolf Steiner Institut für Sozialpädagogik in der staatlich anerkannten Berufsfachschule für Sozialpädagogik fortgesetzt und abgeschlossen.
Dem Trend in den staatlichen Schulen folgend wurde der Samstag unterrichtsfrei.

2001 Mit Beginn des Schuljahres 2001/2002 wird eine Vorklasse für Kinder, die vom Schulbesuch zurückgestellt werden, eingerichtet. Sie beginnt mit 15 Kindern.
Für das Konzept der Energiewirtschaftsepoche in der 11. Klasse erhält die Freie Waldorfschule Kassel im Rahmen des von den Städtischen Werken ausgeschriebenen „Kasseler Umweltpreises“ einen Sonderpreis. In der Energiewirtschaftsepoche arbeiten Herr Bechinger (Sozialkunde) und Herr Klas (Physik) fachübergreifend zusammen.
2002 Erste Planungen eines Neubaus (Bauteil G) an Stelle der Steinbaracke.
Mit dem Schuljahr 2002/03 wurden in den Räumen der ersten Klassen Schultische und -stühle durch Bänke und Kissen ersetzt, so dass viel mehr Bewegung mit den Kindern oder auch das Arbeiten im Kreis möglich wurde. Der Stundenplan wurde dem Bedürfnis des Kindes nach einem rhythmischen Tagesablauf angepasst. Schließlich wurden kleine Klassenkollegien zusammen- und der Klassenlehrer für den ganzen Schulvormittag freigestellt, so dass die Kinder feste Bezugspersonen haben. Das Kasseler Konzept wird inzwischen in leicht veränderter Form bis in die vierte Klasse fortgeführt. Aus dem Eltern-Lehrer-Kreis bildet sich der Elternrat.
2004 Das Neubauprojekt G wird mit der Planung einer Ganztagesschule verbunden.
2005 Während bisher die Zeit zwischen Vormittags- und Nachmittagsunterricht für die Mittelstufenklassen lediglich durch eine „Mittagsaufsicht“ überbrückt wurde, wird nun eine „Offene Ganztagsschule“ mit Kursangeboten eingerichtet.
2006 Mit dem Schuljahr 2006/2007 wird die Integration der Berufsausbildung zum Sozialassistenten in die differenzierte Oberstufe eingestellt.
2007 Die integrierte Berufsausbildung mit Beginn in Klasse 11 hatte den Nachteil, dass die Qualifikationsphase für die Werkstattschüler unterbrochen wurde. Ab 2007 wurden die ersten beiden Lehrjahre in die Klassen 10 und 11 vorverlegt und das dritte Lehrjahr im 12. Schuljahr absolviert, so dass danach auch Werkstattschüler die Qualifikationsphase als Vorbereitung auf die Abiturprüfung ohne Unterbrechung durchlaufen können. Abriss der Steinbaracke und Beginn des Bauteil G.
2008 Einrichtung einer Eingangsstufe (bisherige Vorklasse des Kindergartens).
2009 Einweihung des Bauteil G. Abriss des „Kühnerhäuschens“ und Bau der Räumlichkeiten für zwei U3-Gruppen, der „Kinderstube Drusel“, und zwei Laborräume des Lehrerseminars.
2010 Neugestaltung des Lehrerzimmerbereichs und des Oberstufenbereichs mit der Schülerbibliothek, verbunden mit der energetischen Sanierung der Bauteile B-C-E-F.
2012 Einrichtung einer dritten Hortgruppe.
2014 Anbau für eine dritte U3-Gruppe der „Kinderstube Drusel“. Einrichtung eines „Waldhortes“. In großen Klassen 1 und 2 der Unterstufe werden nunmehr Klassenlehrer*innen durch Klassenhelfer*innen unterstützt.
2015 Im Oktober Eröffnung einer „Internationalen Klasse“ für nicht mehr schulpflichtige zugereiste 25 Jugendliche aus Afghanistan, Somalia, Eritrea, Syrien, Äthiopien und dem Irak. Die ca. 16-jährigen Jugendlichen werden auch in den Werkstätten des BG betreut.
2017 Einrichtung einer vierten Ganztagsgruppe im Kindergarten.

 

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